Im Zeitraum April/Mai beginnen die Stirnzapfen zu wachsen. Dem folgt das Schieben des ersten Geweihes, welches in der Regel aus Spießen besteht. Wichtigstes Merkmal dieser Spieße ist das Fehlen von Rosen. Die Spieße können je nach Veranlagung und Gesundheitszustand unterschiedlich lang und stark sein. Auch die soziale Stellung des Alttieres hat Einfluss auf die Stärke der Spieße. Die Stärke der Geweihentwicklung (und auch Wildbretgewichte) sind populations- und biotopabhängig.
Bei der Beurteilung, ob ein Schmalspießer gut oder schlecht veranlagt ist, wird auch die Wildbretstärke berücksichtigt. Ungleich lange und kurze, dann in der Regel spitze Spieße gelten als Zeichen einer schlechten Entwicklung. Gut veranlagte Spießer fegen im September, bei schlechter Veranlagung oft später im Oktober. Die Perlung ist auch bei guter Entwicklung normalerweise nur schwach ausgeprägt. Seitlich betrachtet sind die Spieße in der Regel leicht nach hinten gebogen. Sehr gut veranlagte Schmalspießer können auch bereits Gabeln tragen. Diese bezeichnet man dann als Hochgabler. In seltenen Ausnahmefällen können sogar noch mehr Enden auftreten. Es fehlt aber dann der Augspross. Dass ein Schmalspießer bereits einen Augspross ausbildet ist äußerst selten. Es kommt vor, dass meist gut veranlagte Hirsche vom 1. und 2. Kopf (selten älter) ihre noch nicht fertig geschobenen Bastgeweihe bereits verfegen.
Der Fegezeitpunkt ist an bestimmte Zeiten gebunden, die mit der Tageslichtlänge zusammenhängen. Durch die unzureichende Verkalkung, bzw. Verknöcherung der oberen Zonen des Geweihes sind die Enden porös und brüchig (= brandig). Bei guter Veranlagung können diese Spieße schon eine Perlung aufweisen. Schlecht veranlagte Schmalspießer haben in der Regel kurze und oft spitze Spieße.





